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Samstag, 7. Mai 2016, 10 bis 18 Uhr Kloster Bursfelde bei Hann. Münden

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Treppengedanken - Spontanlyrik


Andrea Belser - 28. März 2015

 



 

Die Fahrt….auf dem Bahnhof, Hauptbahnhof in Berlin.

Gerade saß ich im Zug von Berlin Spandau nach Berlin Hbf.

Ein IC Ersatzzug, statt eines ICEs. Der Zug fuhr etwas langsamer und ich schaute, was kann ich fassen mit meinem Blick?

 

Was ist der Unterschied, zu dem was ich fassen kann, wenn ich laufe, wenn ich gehe. Bis zu welchem Tempo - kann ich noch Sachen aufnehmen? Ich versuchte soviel wie möglich zu erfassen, was an meinem Blick -  vorüber geglitten ist.

Ich sah: viele, viele Hochhäuser. Ich stellte mir vor, hinter jedem Fenster wohnen Menschen und es kam mir unendlich viel vor. Vielstöckige Hochhäuser und noch eins, noch eins , noch eins...

Ich sah Hinterhöfe, Spielplätze, eine Schule. Die Kinder hatten gerade Pause. Baustellen.

 

Busparkplatz, mit vielen Bussen, von irgendwo her, nach irgendwo hin. Menschen stiegen ein.

Eine Strecke auf der es soviel zu sehen gibt, von Spandau nach Berlin Hbf.

Und mein Blick glitt vorbei, an vielen kleinen Details.

Langen, langen, langen neu gebauten Gebäuden, die noch leer waren. Die so lang und groß waren, dass selbst mit dem Zug es dauerte, bis sie zu Ende waren. Vor den Neubauten Container, die scheinbar zur vorübergehenden Wohnstätte der arbeitenden Mensch geworden waren, die vielleicht in diesem sehr offiziell aussehenden Gebäude einziehen werden.

Der Zug rollte weiter, wurde langsamer und glitt dann unter das gläserne Dach des Hbfs. Berlin Hbf.

Ich eile zu meinem Anschlusszug und ich weiß schon aus Erfahrung: die Treppe ist schneller als die Rolltreppe.Treppe!  Die Treppe die mich jetzt in das tiefe Stockwerk bringt.

Von der Hochebene zur Tiefebene. Von Gleis 11 zu Gleis 6, Berlin tief.

Bin ich gerannt, die Treppe hinunter, eilend. An den Menschen auf der Rolltreppe vorbei, die langsamer stehend sich nach unten bewegen.

 

Die Treppe, zwei Treppen!

Eine Treppe die - langsam, ohne das ich mich bewegen muss, - mich nach unten bringt.

Eine Treppe die - mich auffordert mich zu konzentrieren einen Fuss nach dem           anderen zu setzen, damit ich nicht stolpere.

Diese Treppenstufen sind sehr flach, ist mir dabei aufgefallen.

Ich muss mich darauf konzentrieren, dass ich sie nicht überspringe, wenn ich sie schnell hinunterrennen muss.

 

Ein Artikel fällt mir ein:

"Widerspiegelung des Menschen auf der Treppe", nennt Friedrich Mielke Professor für Denkmalpflege, das Phänomen. War der Nutzer der Treppe reich oder arm? War er sportlich oder untrainiert? "Die Stufen der Maya waren bis zu 50 Zentimeter hoch. Das heißt, die Maya hatten damals eine sehr gute Kondition. 

 Noch heute rennen die Indios diese Treppen hoch. Im Gegensatz zu den Touristen, die sich keuchend hoch schleppen."

"Die Treppe ist ein guter Arzt. Mir hat sie gesagt: Hör mit dem Rauchen auf!", erzählt Thomas Hürlimann. "Du kriechst hier hoch wie eine alte Dampflokomotive,die es kaum noch bis in die Remise schafft." Der Schweizer Schriftsteller wohnt im vierten Stock eines Berliner Hauses ohne Aufzug. Er war ein starker Raucher. Andere wären daraufhin in eine Wohnung mit Aufzug gezogen.

 "Die Treppe wird mehr und mehr durch Lifte und Laufbänder ersetzt. Das führt zu einer flacheren Welt, auch im geistigen Sinn." Was wäre die Welt ohne Treppe?“

Ja, dass finde auch ich interessant!

Wenn das Treppensteigen, Stufe für Stufe einen Sinn macht, mein Bewusstsein schärft, mich Mühe kostet, ein Weg zu meinem Ziel darstellt und mir Zeit verschafft, mich darauf einzustimmen, was machen dann Rolltreppen und Fahrstühle, die bequem und ohne Mühe, mich in kürzester Zeit ans Ziel bringen?

Was wäre die Welt ohne Treppen?

 

Treppengedanken! Berlin Hauptbahnhof - tief.

fairventure-"Weltklangwelt"

24. - 26.04.2015 im Forum 3 Kulturzentrum in Stuttgart

...die ganze Welt, das ganze Leben ist Musik und Klang

 fairventure 2015Im April steht die Musik im Mittelpunkt der fairventure-Konferenz „Weltklangwelt“, denn die ganze Welt, das ganze Leben ist Musik und Klang. Jede Kunstform, auch die Musik, leitet sich aus einem besonderen Erleben der Wirklichkeit ab, das prinzipiell jedem Menschen zugänglich ist. Dem wollen wir Raum geben, indem wir uns dem musikalischen Welterleben zuwenden.

Bei dieser Veranstaltung sprechen Worte und Klänge also gleichermaßen: Musikalisch dem Wandel nachspüren und/oder Gedanken Klang verleihen. Die Tagung wendet sich an alle Kulturkreativen, die Freude an Musik haben, ob „nur“ hörend oder auch gelegentlich oder professionell musizierend. Das Programm, das alle Teilnehmenden zu musikalischem Ausdruck animieren wird umfasst Vorträge und Workshops kompetenter ReferentInnen, sowie Darbietungen von teils international renommierten KünstlerInnen.

 

In Kooperation mit:   Europäische Akademie der Heilenden Künste (EAHA)

Infos zum Studiengang "Musikalische Prozessbegleitung" der EAHA ->

EUROPÄISCHE AKADEMIE
DER HEILENDEN KÜNSTE E.V.
Klein Jasedow Am See 1 17440 Lassan
www.eaha.org

 

WEITERBILDUNGSSTUDIENGANG MUSIKALISCHE PROZESSBEGLEITUNG 

Persönlichkeitsentwicklung, Gemeinschaftsbildung und Gesellschaftsgestaltung

mit den Mitteln der Musik

Mit Zertifikat zur/zum ärztlich geprüften Salutologin/Salutologen mit Schwerpunkt Musik.

 

Musikalische Prozessbegleitung Persönliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung vollzieht sich in Prozessen, deren positive Veränderungskraft alle Sinne herausfordert. Musikalische Prozessbegleitung befähigt zu Ausdrucksmöglichkeiten, die das seelische Potenzial, die emotionale Intelligenz und die Empathiefähigkeit bei der Gestaltung des Lebens im individuellen wie im sozialen Kontext fördern.

Der Weiterbildungsstudiengang basiert auf der Überzeugung, dass Gesundheit durch gelingende Beziehungen zu sich selbst, zum Mitmenschen und zur Natur entsteht, sowie auf der Erfahrung von Musik als heilsamer Kraft. Weitere salutogene und gemeinschaftsstiftende Elemente des Curriculums sind Tanz, Theater und bildende Künste

 

QUALIFIKATION

Der Studiengang qualifiziert zur musikalischen Prozessbegleitung von Menschen in allen Lebensaltern sowie in Praxisfeldern der sozialen und kulturellen Arbeit im Gesundheits- und Bildungsbereich, der unternehmensgestaltenden Arbeit, der Prävention, Rehabilitation und innovativen Projektarbeit.

 

Auszug aus dem Studiengang: Musikalische Interventionen

Improvisation nochmal zur Morgenstimmung, an den gleichen Platz gehen wie im Sommer und vergleichen, mit Instrument nach Wahl darstellen.

Kurze Reflexion, daraus entstanden: Spontanlyrik - Klang und Bewegung

Das Schilfpaar

Morgens, die Decke um meinen Kopf, feuchtes Haar, am See hockend.
Sanftes Licht, leises Rauschen, friedliche Luft, zufriedenes Gezwitscher.

Gesättigt vom Sommer, Erntedankfest, Dank für die Fülle.
Zwei Schilfhalme vor mir, mit den Füssen tief im Boden des See's, 
wiegen, langsam, sanft nach links, links und noch ein bißchen nach links.

Dann ein abrupter Impuls des Rechten zum Linken. Eine kurze Berührung seines Blatt, wie eine Hand zart an den Hals. 

 

Dann ein Winken: Hallo, hallo! Wieder unberührt nebeneinander und
wiegen, langsam, sanft nach links, links und noch ein bißchen nach links.
Dann der Rechte etwas kürzere nach rechts, schneller als der Linke.
Aufeinander zu und wieder auseinander und 

wiegen, langsam, sanft nach links, links und noch ein bißchen nach links.
Ein Winken, der Wind leise. 
Verbunden.

 

4 Basicformen: Begleitung und Intervention

  1. Spiegelung - 2 Formen: dasselbe mitspielen ( zeitgleich) oder ich spiegele die Haltung, nonverbalen  Ausdruck, Emotion
  2. Imitation: ist zeitversetzt, kann auch variiert werden und weitergestaltete werden. Gleiche Tonhöhe, gleiche Klangfarbe, Rhythmus und Tempo, dann kleine Variationen, etwas erweitern, damit es nicht star wird, es gelöst bleibt, versuche den Ausdruck anzuregen.
  3. Containing: halten, schützenden Raum kreieren, stützen, unterstützen, z.b Fahrigkeit spüren, ich möchte Erdung reinbringen und spiele vielleicht Cello Warme Töne, Rhythmus. Ankommen, "ich bin gehalten", z.B. mit tiefem Intrument, gleichförmige Töne, Monochord, oder langsamer gleichmäßiger Rhythmus, Puls - Bassschlitztrommel
  4. Unterbrechen z.B. Aus  Sterotypien rausbringen, das Verhaftete lösen, befreien, Intervenieren, Punkt setzen. Z.B. Trommelschlag setzen, Rasseln..anderer Rhythmus...

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